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SSL-Zertifikat und HTTPS: Warum deine Website es braucht

Was HTTPS ist, warum Browser Seiten ohne Verschlüsselung als nicht sicher markieren und wie du in fünf Minuten prüfst, ob deine Website richtig läuft.

3. Oktober 20262 Min. LesezeitDevrim Yilmaz
SSL-Zertifikat und HTTPS: Warum deine Website es braucht

Wenn in der Adresszeile neben deiner Website „Nicht sicher“ steht, verlierst du Vertrauen, bevor jemand den ersten Satz gelesen hat. Die Lösung heißt HTTPS und kostet in den meisten Fällen nichts.

Was HTTPS bedeutet

HTTPS ist die verschlüsselte Variante von HTTP. Die Daten zwischen Browser und Server, zum Beispiel eine Nachricht aus deinem Kontaktformular, können unterwegs nicht mitgelesen oder verändert werden. Dafür braucht der Server ein Zertifikat. Man spricht meist von einem SSL-Zertifikat, technisch heißt das heutige Verfahren TLS.

Warum das für dich wichtig ist

  • Browser warnen: Google Chrome markiert seit Version 68 aus dem Jahr 2018 alle Seiten ohne HTTPS als „Nicht sicher“ (Quelle: blog.google, „A secure web is here to stay“).
  • Google bevorzugt HTTPS leicht: Google hat 2014 bekannt gegeben, dass HTTPS ein Rankingsignal ist (Quelle: developers.google.com/search/blog, „HTTPS as a ranking signal“). Es ist ein kleiner Faktor, aber ohne HTTPS verschenkst du ihn.
  • Datenschutz: Wer über dein Formular Name, Telefonnummer oder Anliegen schickt, überträgt personenbezogene Daten. Art. 32 DSGVO verlangt angemessene technische Maßnahmen zu ihrem Schutz, und eine verschlüsselte Übertragung gilt heute als Standard. Das ist keine Rechtsberatung.

Was ein Zertifikat kostet

Für eine normale Firmenwebsite reicht ein kostenloses Zertifikat von Let's Encrypt. Es verschlüsselt genauso sicher wie ein gekauftes. Die meisten Hoster richten es mit einem Klick ein und verlängern es automatisch. Teure Zertifikate mit erweiterter Prüfung des Unternehmens bringen einem kleinen Betrieb praktisch nichts, weil Browser den Unterschied kaum noch anzeigen.

So prüfst du deine Seite

  • Tippe deine Adresse mit http:// davor ein. Du solltest automatisch auf https:// landen.
  • Schau auf das Symbol links neben der Adresse. Steht dort „Nicht sicher“, stimmt etwas nicht.
  • Prüfe die Variante mit und ohne www. Beide sollten auf dieselbe https-Adresse führen.
  • Öffne eine Unterseite und das Kontaktformular. Auch dort muss HTTPS aktiv sein.

Typische Fehler

  • Das Zertifikat ist abgelaufen, weil die automatische Verlängerung nicht eingerichtet war. Besucher sehen dann eine ganzseitige Warnung.
  • Die Seite ist per HTTPS erreichbar, aber HTTP leitet nicht weiter. Dann gibt es zwei Versionen deiner Seite.
  • Gemischte Inhalte: Die Seite läuft über HTTPS, lädt aber einzelne Bilder oder Skripte über HTTP. Der Browser blockiert sie oder warnt.

Häufige Fragen

Brauche ich HTTPS auch ohne Kontaktformular?

Ja. Die Browserwarnung erscheint unabhängig davon, ob du ein Formular hast. Außerdem verhindert HTTPS, dass jemand die Seite unterwegs verändert.

Wird meine Seite durch HTTPS langsamer?

Kaum merklich. Die schnelleren Protokolle HTTP/2 und HTTP/3 werden von Browsern nur über verschlüsselte Verbindungen genutzt. Mit HTTPS ist eine Seite deshalb oft sogar schneller.

Wie finde ich heraus, ob bei mir alles stimmt?

Der kostenlose Website-Check auf dieser Seite prüft unter anderem, ob HTTPS aktiv ist und ob HTTP richtig weiterleitet.

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